
Infos und Diskussion vor Ort mit den Stadträt*innen von Grüne/Grüne Liste:
7.10.16, 15 Uhr – Treffpunkt: Äußere Brucker Str. 84

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Die Wohnungen stehen inzwischen fast leer. Sieben GEWOBAU-Häuser mit 34 Bestandswohnungen südlich der Erba-Siedlung sollen abgerissen und durch Neubauten mit ca. 100 Wohnungen ersetzt werden. Wie auch bei anderen Nachverdichtungsmaßnahmen gibt es Kritik: Eine neu gegründete Bürgerinitiative will den Abriss der Gebäude verhindern. Sie befürchtet eine Zerstörung der bisherigen lebenswerten Garten- und Grünflächen und eine Beeinträchtigung des Wohnumfeldes durch mehrgeschossige Neubauten. Auch sei ein Stück Erlanger Geschichte gefährdet, obwohl die Gebäude nicht Bestandteil der historischen und denkmalgeschützten Erba-Siedlung sind.
Die GEWOBAU erklärt dagegen, dass die Grünräume erhalten bleiben sollen. Die umstrittenen Häuser haben eine schlechte Bauqualität und entsprächen in ihren Grundrissen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine Bestandssanierung wäre so aufwändig, dass allenfalls teurer und kein sozialer Wohnraum entstehen würde.
Für die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist dieses Bauprojekt Teil eines umfassenden Maßnahmenbündels gegen Wohnungsnot. Derzeit werden im gesamten Stadtgebiet rund 700 neue GEWOBAU-Wohungen geschaffen. Das Wohnungsbauunternehmen GBW plant zudem 300 neue Wohneinheiten im Erlanger Süden.
SPD und GL beantragen Verbesserungen für Gebäudebrüter und den kommunalen Klimaschutz
„Die Folgen des Klimawandels sind deutlich spürbar. Eine wirksame Maßnahme zur Verbesserung des Mikroklimas ist die systematische Fassaden- und Dachbegrünung“, sagt Birgit Marenbach, GL-Sprecherin für Stadtplanung. Das städtische Gebäudemanagement (GME) könne dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Ihre Kollegin Bianca Fuchs ergänzt: „Ebenso ist der Lebensraum für Gebäudebrüter bedroht. Gute Bedingungen für Gebäudebrüter können durch bedachte Planung, Materialauswahl und Bauausführung erzielt werden“.
AGFK-Leitlinien schaffen Abhilfe
Erlangen ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Ausgebremst wird der Radverkehr in der Stadt regelrecht durch Baustellen, die wie ein Nadelöhr eingerichtet sind. Dadurch werden auch Fußgänger*innen behindert. Die AGFK hat Richtlinien entwickelt, wie der Fuß- und Radverkehr verkehrssicher und möglichst komfortabel passieren kann.
Zur Kritik an der geplanten Nachverdichtung auf dem alten Reitplatz an der Paul-Gordan-Straße
Der ehemalige Reitplatz des alten Kasernengeländes im Röthelheimpark ist ein schöner Ort: brachliegend und grün mit Baumbestand, umgeben von denkmalgeschützten Gebäuden der alten Artilleriekaserne, die ein städtebauliches Ensembe bilden. Unversiegelte Plätze haben einen hohen Wert, Grünflächen und Bäume verbessern das Stadtklima und erhöhen die Aufenthaltsqualität in der Stadt.
Nun soll der Reitplatz bebaut werden mit geförderten Wohnungsbau und vorübergehend mit einer Unterkunft für Geflüchtete. Diese Pläne sorgen für Aufregung und stoßen auf viel Kritik. Die Verärgerung der Anwohnenden ist verständlich. Nachverdichtungsmaßnahmen beeinträchtigen die Qualität des bestehenden Wohnumfeldes und hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck.
Die andere Seite: Wohnraum, vor allem bezahlbarer Wohnraum ist in Erlangen Mangelware. Wohnungsuche und Mietsteigerungen sind die Erlanger Top-Themen der letzten Jahre. Ca. 3700 Anträge von Menschen, die sie die Mieten auf dem freien Markt nicht leisten können, liegen auf den Schreibtischen der GeWoBau und der städtischen Abteilung für Wohnungswesen. Und: Die Situation von Geflüchteten ist prekär. Es ist ein erklärtes Ziel und eine schwierige Aufgabe der Stadt, diese Menschen angemessen unterzubringen.
Die Vollversammlung unterstützt die Initiative der Fraktion zum ÖPNV
Auf der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am 30. Juni stehen von der Grünen Liste beantragte Attraktivitätssteigerungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Es sollen allerdings auch die turnusmäßigen Tarifanhebungen beschlossen werden, die nach grüner Sichtweise nicht zu einer besseren Attraktivität beitragen. Da es sich um ein wichtiges Thema von Bündnis 90/Die Grünen und Grüne Liste handelt, befasste sich am 20.6. die gemeinsame Vollversammlung mit den anstehenden Entscheidungen.