StUB: Behauptungen und Gegenargumente

In der morgigen Stadtratssitzung wird entschieden, ob die Stadt-Umland-Bahn (StUB) realisiert werden kann. Vor dieser maßgeblichen Entscheidung will Harald Bußmann, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen Liste, auf die immer wieder vorgebrachten Gegenargumente eingehen und die Diskussion versachlichen …

In der morgigen Stadtratssitzung wird entschieden, ob die Stadt-Umland-Bahn (StUB) realisiert werden kann. Vor dieser maßgeblichen Entscheidung will Harald Bußmann, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen Liste, auf die immer wieder vorgebrachten Gegenargumente eingehen und die Diskussion versachlichen:

1. Behauptung: Der RoBus würde das  vorhandene Straßennetz nutzen und sei deshalb kostengünstiger: Bußmann dazu: „Ein Bus nutzt eine Straße so massiv ab wie etwa 100.000 PKWs – mit dem RoBus steigen diese Kosten, die aber im Posten „Straßenunterhalt“ versteckt sind“,
2. Behauptung: Der RoBus sei flexibler als die StUB. Aber: Unser Busnetz schaut in den Grundzügen genauso aus wie vor 30 Jahren – „die oft angesprochene Flexibilität wird für Kirchweihen und Baustellen benötigt, nicht aber für den massiven Pendlerverkehr auf immer den gleichen Strecken“, meint Bußmann dazu.
3. Behauptung. „Bei Siedlungserweiterungen müssten Schienen heraus gerissen und neu gebaut werden.“ Aber: Siedlungserweiterungen sind vorhersehbar (die ersten Pläne für die Baugebiete am Adenauerring in Büchenbach sind z.B. über 40 Jahre alt), und sind bewusste Entscheidungen der Politik – sie müssen sich auch an den Gegebenheiten (wie z.B. einer Schienenstrecke) ausrichten.
4. Behauptung: Für die BewohnerInnen in manchen Stadtteilen würde die StUB keine Verbesserungen bringen. Bußmann meint dagegen: „Auch wenn die StUB nach jetzigen Berechnungen nur auf dem geplanten Netz zuschussfähig ist, zeigt die Erfahrung, dass einmal begonnene Projekte weitere Ausbauten erfahren haben. Unabhängig davon profitiert jeder Mensch, der sich nur ab und zu in der Innenstadt aufhält, von der geringeren Belastung durch den Autoverkehr“
5. Behauptung: Die StUB würde auch im Stau stehen.“ Mit intelligenter Ampelschaltung stünden weder RoBus noch StUB im Stau – die Erfahrung zeigt aber, dass diese bei einem Schienenverkehrsmittel viel präziser gesteuert werden kann und weniger in den Straßenverkehr eingreift. Für die gleiche Fahrgastkapazität müssen erheblich weniger Fahrzeuge fahren als Busse. Oder anders formuliert: Um für den RoBus die gleiche Pünktlichkeit zu erreichen wie für die StUB, müssten erheblich mehr Busspuren gebaut werden als geplant und die notwendige Ampelschaltung würde mehr in den Autoverkehr eingreifen.
6. Behauptung: Der RoBus sei ausreichend. Auch der RoBus wird vielleicht mehr Fahrgäste erhalten als prognostiziert – im Gegensatz zur StUB ist das Prinzip Bus aber an der Grenze der Kapazität angekommen, für weitere Fahrgäste müssten weitere Busspuren gebaut und weitere Busse gekauft und eingesetzt werden mit den bekannten Konsequenzen (höhere Ausgaben, noch mehr Ampelschaltungen, noch mehr Busse z.B. in der Goethestr., etc.). Heute fahren z.B. in der Henkestr. bis zu 50 Busse je Stunde – mit dem RoBus würden das noch einmal erheblich mehr werden. Mit der StUB werden maximal 12 Bahnen pro Stunde fahren (2 Linien, 20 Minuten-Takt, 2 Richtungen) – selbst wenn die Hälfte der bisherigen Busse bleiben würden, wäre das eine erheblich Entlastung.

Zum Abschluss geht Bußmann nochmal ins Grundsätzliche: „Es geht nicht darum, den ’notwendigen‘ ÖPNV ‚irgendwie‘ und möglichst kostengünstig zu organisieren  – dafür ist das bestehende Bussystem ausreichend auch ohne RoBus – sondern um eine Perspektive, den Autoverkehr massiv zu reduzieren. Das ist nur mit der  StUB zu machen. Kann es denn so falsch sein, was alle vier andere bayerischen Straßenbahnstädte und Dutzende weitere deutsche Städte machen?“

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