Wohnraum für Senioren

Der Seniorenbeirat der Stadt Erlangen hat im Juni 2009 zum Thema Wohnraum für SeniorInnen nachfolgenden Antrag beschlossen. Die GL unterstützt diesen Antrag …

Stadtatsantrag

Der Seniorenbeirat der Stadt Erlangen hat im Juni 2009 zum Thema Wohnraum für SeniorInnen nachfolgenden Antrag beschlossen. Wir unterstützen diesen Antrag und stellen ihn daher als Fraktionsantrag:

Der demografischen Entwicklung in Deutschland entsprechend wird, auch in unserer Stadt, das Durchschnittsalter der BürgerInnen höher, was durch die jüngste Erlanger Bevölkerungsprognose 2009/2023 eindrucksvoll bestätigt wird. Wir sehen „alt werden“ und „alt sein“ als spannende und zukunftsweisende Aufgabe unserer Kommune, denn SeniorInnen sind unverzichtbar für ein soziales Miteinander und eine große Bereicherung in unserer Gesellschaft..

Mit unserem Engagement wollen wir uns den gesellschaftlichen Aufgaben stellen und durch zukunftsorientiertes Handeln Lösungen für die Veränderungen durch den demografischen Wandel suchen und einfordern. Nicht nur „die anderen“ werden und sind alt, wer heute jung ist, wird ebenfalls alt.

Wir beantragen die daraus resultierenden Forderungen der Mitglieder des Seniorenbeirates der Stadt Erlangen: 1. Wohnformen Die Stadt Erlangen wird dringend gebeten, Bauträger, Wohlfahrtsverbände und die städtischen Töchter (Sparkasse und GeWoBau) dahingehend zu unterstützen und aufzufordern, seniorInnengerechte und barrierefreie Wohnprojekte bei Neubauten und Sanierungen umzusetzen. Dabei muss die Wohnsituation den Bedürfnissen der BürgerInnen in den unterschiedlichen Lebensabschnitten und Lebenssituationen ( u.a. Pflegebedürftigkeit) angepasst werden.

Neue Wohnformen, z:B. Wohngemeinschaften, generationsübergreifendes Wohnen und betreute Wohngruppe sind zu unterstützen und zu fördern.

Die Schaffung von Gemeinchaftsräumen ist Voraussetzung für Kommunikation und Begegnung und fördert ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe.

Umbaumaßnahmen nn bestehenden Erlanger Altenheimen, wie z.B. für Wohngemeinschaftsmodelle, müssen Standard werden. In diesem Jahr wurde eine Wohngemeinschaftsgruppe mit städtischer Unterstützung von € 100.000 eröffnet. Diese finanzielle Hilfe muss jährlich, vorbehaltlich der aktuellen Haushaltslage, sichergestellt werden, damit weitere Wohngemeinschaftsgruppen folgen können.

Die Verwaltung soll darauf hinwirken, dass Architekten im Bereich behindertengerechtes Bauen ausgebildet werden. 2. Stadtteilinfrastruktur

Um selbstbestimmtes leben im vertrauten Stadtteil zu gewährleisten, muss das Prinzip „ambulante vor stationärer Versorgung“ durch die notwendige Infrastruktur sichergestellt werden. Dazu gehören:

Einkaufsmöglichkeiten für lebensnotwendige Güter und medizinische Versorgung „vor Ort“.

Ausreichende ambulante Sozialstationen und Tagespflegeplätze.

Flächendeckende Einrichtungen wie beispielsweise das Mehrgenerationenhaus in der Sebaldussiedlung.

Förderung ehrenamtlichen Engagements, wie z.B. Einsatz ehrenamtlicher AltenberaterInnen oder SeniorInnenenbetreuerinnen und -betreuer mit Migrationshintergrund.

Die Stadt Erlangen hat bereits mit 8 Seniorenbetreuerinnen und 5 Bürgertreffs eine gute Infrastruktur, die jedoch int]nsiver vernetzt, den Erfordernissen entsprechend in allen Stadtteilen ausgebaut und seniorInnenorientiert genutzt werden soll. 3. Berichterstattung/Beratung

Im Rahmen des jährlichen Wohnungsberichtes ist in Zusammenarbeit mit

– den Wohlfahrtsverbänden,
– den bestehenden Sozialeinrichtungen,
– dem Ausländer- und Integrationsbeirat
– dem Seniorenbeirat

den Sachstand jährlich mit den aktuellen Entwicklungen abzugleichen und in allen Fachausschüssen zu beraten.

Gemeint sind mit Fachausschüssen n i c h t nur der Sozial- und Gesundheitsausschuss/Sozialbeirat und der Seniorenbeirat, sondern auch der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss, der Bauausschuss und der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss. Soweit es den Aspekt Ehrenamt betrifft, soll der Runde Tisch Ehrenamt mit in die Beratungen einpezogen werden.

4. Nachhaltigkeit

Der Seniorenbeirat geht davon aus, dass durch präventive Maßnahmen und bessere ambulante Versorgung Gelder bei stationärer Versorgung eingespart werden können und weitere neue Heime für die Zukunft nicht notwendig sein werden.

Der Umgang mit „alt werden, alt sein und Pflegbedürftigkeit“ ist eine zukunftsweisende Aufgabe unserer Kommune, der wir uns umgehend verstärkt stellen müssen. Der demografische Wandel kommt nicht erst, er hat bereits eingesetzt und zeigt erste Auswirkungen.

Wencke Seuberling

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