Rote Ampel für den Bus

VGN-Tarife: »Verbesserungen im Schneckentempo«

Die Anhebung der VGN-Tarife: ein unliebsames Thema. Die jährliche, quasi automatische Tariferhöhung basiert auf den Atzelsberger Beschlüssen und steht gerade wieder auf der Tagesordnung des Stadtrates. »Wir halten diesen Automatismus für falsch! Er nimmt der Politik den dringend notwendigen Gestaltungsspielraum für die Struktur der einzelnen Fahrkarten und Tarife. Unsere Versuche und Vorstöße uns diesen Gestaltungsspielraum zurück zu holen sind jedoch gescheitert«, betonte bereits bei der letzten Preiserhöhung vor einem Jahr die damalige Fraktionsvorsitzende Julia Bailey. Im VGN herrscht das Einstimmigkeitsprinzip, d.h. sämtliche Gesellschafter des VGN müssen einer Entscheidung zustimmen. So konnten in den letzten Jahren mit der Einführung des Sozialtickets im Rahmen des Erlangen Passes und dem Semesterticket wichtige Verbesserungen im Tarifsystem erst nach langen Verhandlungen erzielt werden. Die Tarife im VGN sind »kompliziert, unverständlich und schlichtweg zu teuer«, so der verkehrspolitische Sprecher Harald Bußmann, »weiterhin steigende Tarife tragen nicht zu einem attraktiven Öffentlichen Personen Nahverkehr bei«.


In zahlreichen Gesprächen hat es die Grüne Liste aber geschafft, einige Verbesserungen für den sogenannten Umweltverbund zu erreichen: so wurden Planungen für ein leistungsfähiges Fahrgastinformationssystem begonnen, mehr Geld für den Ausbau von Bushaltestellen und Radwegen beschlossen und – der bisher größte Erfolg in diesem Bereich – ab 2020 wird es ein vergünstigtes 9-Uhr-Abo geben, analog zu Nürnberg und Fürth. Diese Verbesserungen führen dazu, dass die Grüne Liste auch dieses Jahr der Tariferhöhung zugestimmt hat.

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