S-Bahn ohne Verschwenk

Die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen sollte sich bei der S-Bahn im Bereich Fürth-Nord endlich auf den Ausbau der Bestandsstrecke einigen. Die Deutsche Bahn hat betont, dass sie das einvernehmliche Ergebnis dann auch umsetzen werde. Die Stadt Erlangen soll sich gegen den S-Bahn-Verschwenk im Bereich Fürth-Nord aussprechen.

Artikel aus den Erlanger Nachrichten dazu

 

Stadtratsantrag

Streckenführung S-Bahn Fürth-Erlangen im Bereich Fürth-Nord (PFA 16)

Die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen sollte sich bei der S-Bahn im Bereich Fürth-Nord (PFA 16) endlich auf den Ausbau der Bestandsstrecke einigen. Die Deutsche Bahn AG hat betont, dass sie das einvernehmliche Ergebnis dann auch umsetzen werde. Nach dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat sich jetzt auch der Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages in seiner Sitzung am 4. Juli 2013 für eine Prüfung der Bestandstrasse und gegen den S-Bahn-Verschwenk ausgesprochen.

Die Stadt Fürth lehnt bereits seit Juli 1992 die geplante Streckenführung der S 1 Nürnberg-Fürth-Erlangen-Forchheim über den S-Bahn-Verschwenk durch das Knoblauchsland und den Haltepunkt Schmalau ab und fordert den Erhalt des bestehenden Bahnhofs Vach in Fürth-Stadeln.
Die Stadt Fürth ist auch dem Aktionsbündnis „Pro S-Bahn ohne Verschwenk“ beigetreten, das sich seit Jahren für den Ausbau der Bestandsstrecke einsetzt.

Durch den Beschluss des Landtagsausschusses wird das Bayerische Verkehrsministerium aufgefordert die Wirtschaftlichkeit der Bestandsstrecke neu zu berechnen (Nutzen-Kosten-Untersuchung) und hierbei die von der Stadt Fürth kritisierten Sachverhalte der letzten Berechnung zu berücksichtigen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Nutzen-Kosten-Faktor durch die Nachberechnung von bisher 0,97 auf über 1,0 steigen wird, denn die von der Stadt Fürth erstellten Berechnungen kommen auf einen NKF von 1,23. Somit wäre die Finanzierung der Bestandsstrecke durch den Bund im Rahmen des GVFG gewährleistet und das Hauptargument gegen eine Ausbau der S-Bahn entlang der Bestandsstrecke kann als ausgeräumt betrachtet werden.

Als weiteres Argument für den Verschwenk werden Verzögerungen durch die Umplanung genannt. Der von der Deutschen Bahn vorgelegte Zeitplan einer Realisierung bis 2016 ist jedoch reines Wunschdenken. Außerdem wird die Stadt Fürth weiterhin mit allen Mitteln gegen einen S-Bahn-Verschwenk innerhalb ihres Stadtgebietes vorgehen und gerichtlich einen möglichen Planfeststellungsbeschluss anfechten. Zudem besitzt die Deutsche Bahn AG bisher keinerlei für den Verschwenk erforderliche Flächen, während im Bereich der Bestandsstrecke ca. 70 % der benötigten Flächen bereits im Besitz der Deutschen Bahn, der Stadt Fürth oder des städtischen Tochterunternehmen infra fürth sind. Die vom Verschwenk betroffenen Landwirte haben bereits beim Erörterungstermin im Juli 2011 Klagen gegen eine Enteignung ihrer Ackerflächen im Bereich des geplanten S-Bahn-Verschwenk angekündigt und waren deshalb auch bereits mit juristischem Beistand zum Termin erschienen. Die Erfolgsaussichten werden als sehr hoch eingeschätzt, da mit dem Ausbau der Bestandsstrecke eine flächenschonendere Alternative vorliegt und der S-Bahn-Verschwenk allen landesplanerischen Vorgaben nach Bündelung von Verkehrsachsen widerspricht.

Wir beantragen:

Die Stadt Erlangen spricht sich gegen den S-Bahn-Verschwenk im Bereich Fürth-Nord (PFA 16) aus und tritt wie die Stadt Fürth dem Aktionsbündnis „Pro S-Bahn ohne Verschwenk“ bei.

Harald Bußmann     

 

„Erlangen gemeinsam mit Fürth gegen die Bahn?“ – Artikel aus den Erlanger Nachrichten

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