Schäden durch Streusalz

Im Winter 2010 wurden allein auf Bundesstraßen und Autobahnen in Deutschland 1,4 Millionen Tonnen Auftausalz gestreut. Auch in Erlangen ist der Einsatz von Salz ein wesentlicher Bestandteil des Winterdienstes. Darüber hinaus nimmt die private Nutzung von Streusalz zu. Die Grüne Liste beantragt eine Handlungsrichtlinie für einen umweltfreundlichen, sicheren und kostengünstigen Winterdienst …

Stadtratsantrag

Im Winter 2010 wurden allein auf Bundesstraßen und Autobahnen in Deutschland 1,4 Millionen Tonnen Auftausalz gestreut. Auch in Erlangen ist der Einsatz von Salz ein wesentlicher Bestandteil des Winterdienstes. Darüber hinaus nimmt die private Nutzung von Streusalz zu, obwohl diese gar nicht zulässig ist.
Dass ein umfangreicher Salzeinsatz ökologische und gesundheitliche Schäden verursacht, wird kaum mehr thematisiert.

Dr. Anton Hofreiter (Biologe und Verkehrspolitiker der Grünen Bundestagsfraktion) listet die Schäden auf und plädiert für einen differenzierten ökologischen Winterdienst.

Beispielsweise werden Bäume und andere Gehölze am Rand von Straßen in Mitleidenschaft gezogen. Besonders sensibel reagieren die klassischen Alleebauarten Ahorn, Linde und Kastanie. Im Boden verdrängt das Salz wichtige Nährstoffe, verkrustet die Bodenstrukur und beeinträchtigt die Grundwasserqualität.

Salz gefährdet auch die Gesundheit von allen VerkehrsteilnehmerInnen. Über Spritzwasser und Nebeltröpfchen gelangen giftige Partikel in die Lungen. Aber auch Sachschäden sind zu verzeichnen: Bei Altbauten begünstigen Salze die Feuchtigkeit im Mauerwerk und auf den Straßen selbst erzeugt das Salz Spannungsrisse, die den Belag im Laufe der Zeit sprengen. Besonders teuer wird die Korrosion von Stahlbeton an Brücken und anderen Bauwerken.

Wir halten daher eine qualifizierte Diskussion im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss
über die zukünftige Ausrichtung des Winterdienstes für notwendig. Hierbei sollte der aktuelle Stand der Wissenschaft genauso einfließen wie der Vergleich mit Städten, die besonderen Wert auf Stadtökologie legen, wie zum Beispiel Tübingen.

Dazu beantragen wir die Beantwortung folgender Fragen für einen Einstieg in dieses Thema:

1. Welche Menge an Tausalz wurde in den letzten fünf Jahren in Erlangen gestreut und nach welchen Richtlinien?
2. Welche Summe wurde in den letzten fünf Jahren für die Salzstreuung ausgegeben?
3. Wie hoch werden die jährlichen Schäden an Straßen, Gehwegen und Grünanlagen geschätzt?
4. Wird die private Salzstreuung geahndet? Welche Öffentlichkeitsarbeit gibt es dazu?
5. Wie beurteilt die Verwaltung eine Reduktion der Salzstreuung auf ein Mindestmaß und den Ersatz durch andere Streumittel wie Sand, Split und Granulat?
6. Wie beurteilt die Verwaltung einen „weißen Winterdienst“ (d.h. viele Straßen werden gar nicht geräumt oder gestreut)? Nur an gefährlichen Straßenabschnitten oder verkehrsreichen Kreuzungen würde Salz verwendet.

Ferner beantragen wir:

Die Verwaltung erarbeitet eine Handlungsrichtlinie zur Salzstreuung für einen umweltfreundlichen, sicheren und kostengünstigen Winterdienst. Bei der Erarbeitung dieser Richtlinie wird das Umweltamt maßgeblich beteiligt.

Harald Bußmann

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