Offener Brief: Umweltjahr 2007 – „mehr Schein als Sein“

Das Umweltjahr 2007 – oder das was es werden sollte – droht in die Belanglosigkeit abzudriften. Als sich alle Fraktionen auf das Jahresmotto „natürlichERLANGEN2007 – Umwelt braucht Impulse“ einigten, waren viele Ehrenamtliche und MitarbeiterInnen der Verwaltung voller Begeisterung und Engagement. Leider scheint es sich nun doch eher in der Kategorie „mehr Schein als Sein“ wiederzufinden.

 

Offener Brief       

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Sie wissen, dass sich einiges aufgestaut hat, wenn wir uns schriftlich an Sie wenden.

Das Umweltjahr 2007 – oder das was es werden sollte – droht in die Belanglosigkeit abzudriften. Als sich alle Fraktionen auf das Jahresmotto „natürlichERLANGEN2007 – Umwelt braucht Impulse“ einigten, waren viele Ehrenamtliche und MitarbeiterInnen der Verwaltung voller Begeisterung und Engagement. Erlangen, die ehemalige Umwelthauptstadt, könnte sich wieder mehr in diese, sie entschuldigen die Farbwahl, grüne Richtung entwickeln. Leider scheint es sich nun doch eher in der Kategorie „mehr Schein als Sein“ wiederzufinden. Dazu haben Sie leider Ihren Teil beigetragen.

  1. Sie sind der Chef der Verwaltung: Als dieser haben Sie den städtischen Ämtern einige Hausaufgaben für 2007 gegeben. So sollte die Verwaltung zu den städtischen Schwerpunktthemen 2007 „Kinder- und Familienfreundliche Stadt“ und „Umsetzung geschlechtersensiblen Handelns“ in ihren Arbeitsprogrammen für das kommende Jahr Stellung beziehen und Tätigkeiten und Handeln benennen. Das Jahresmotto wurde von Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister einfach vergessen, ja ignoriert.
  1. Personelle Ausstattung: Nachdem mit Punkt 1 ja innerhalb der Verwaltung schon signalisiert wurde, wie niedrig das Jahresmotto im Vergleich zum Medizinjahr hängen würde, kam es auch nicht zu der notwendigen personellen Verstärkung.                Ein (1) Sachbearbeiter des Umweltamtes wurde von seinen eigentlichen Aufgaben weitgehend entbunden und ist nun federführend für die Vorbereitung, Koordinierung und Durchführung zuständig. Das ist mit einem drei- bis vierköpfigen Team schon kaum zu machen. Natürlich tut Frau Wüstner, was in ihren Kräften steht. Für die Gelderbeschaffung, das Sponsoring, erhält Herr Wölfel auch Unterstützung. Trotzdem stellt sich die Frage, wie lange sich derart engagiertes Arbeiten am Limit durchhalten lässt.

 

  1. Politischer Vergleich mit anderen Themen:

Wenn man sich das letzte Jahresmotto „Medizinstadt“ in Erinnerung ruft, bei der mit Herr Lohwasser die Nr. 2 (zwei) zum obersten beauftragten „Medizinmann“ gemacht wurde – ist diesmal bei der politischen Spitze der Stadt „natürlich“ Funkstille. Leider versäumte es auch der neue Amtsleiter des Umweltamtes, in diese Lücke zu springen und sich mit dem Jahresmotto 2007 eine gute Chance zur Selbstdarstellung zu sichern.

Zweiter Vergleich, Bündnis für Familien: Hier wird mit viel personellen Aufwand an Ihrem Image als Oberbürgermeister der „kinder- und familienfreundlichsten Großstadt“ gearbeitet. Kinder und Familien brauchen aber auch ein Bündnis mit einer gesunden Umwelt. Künftige Generationen haben ein Anrecht darauf, dass wir jetzt Energie sparen. Und eine lebenswerte Stadt muss sich ständig mit dem Umweltproblem Autoverkehr beschäftigen. Diese Themen spielen weder im Bündnis noch im Jahresmotto 2007 eine große Rolle. Sie entschuldigen, dass wir uns mich dann oft an schöne schillernde Seifenblasen erinnert fühlen.

Wir möchten aber nicht versäumen, uns auch ausdrücklich bei denen zu bedanken, die sich bereits intensiv einbringen. Das Stadtplanungsamt hat mit der Freizeitkarte ein schönes Stück Erlangen bearbeitet. Stadtgrün ist jetzt schon mit den Arbeiten für ein blühendes und buntes Erlangen beschäftigt. Und auch einige MitarbeiterInnen des Umweltamtes tun ihr Möglichstes, damit das Jahresmotto ein Erfolg wird. Nicht zu vergessen die vielen Ehrenamtlichen in Verbänden und Vereinen, die einen gewichtigen Teil beitragen. Wobei wir sicher noch Aktive vergessen haben.

Herr Dr. Balleis, wir bitten Sie hiermit eindringlich, das Jahresmotto „natürlich Erlangen 2007“ mit der Energie zu behandeln, die es verdient. Personell und finanziell muss nachgebessert werden. Die Teile der Verwaltung, die sich noch nicht beteiligen, sollten gebeten werden, das Thema im nächsten Jahr nach Kräften mitzutragen.

Und Sie wissen ja, persönlich stehen wir Ihnen bei diesem Thema auch gerne beratend und aktiv zur Seite.

Mit deutlichen und freundlichen Grüßen

Helmut Wening                  Harald Bußmann

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