Fragebogen „Leben in Erlangen“

Antrag: neue und sorgfältige Auswertung der Ergebnisse des Fragebogens „Leben in Erlangen“, die sich an wissenschaftlichen Kriterien orientiert.

Dringlichkeitsantrag zum Stadtrat am 29.11.2001

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir beantragen eine neue und sorgfältige Auswertung der Ergebnisse des Fragebogens
„Leben in Erlangen“, die sich an wissenschaftlichen Kriterien orientiert.

Dazu gehört unter anderem:

1. Offensichtlich unstimmige Angaben sind zu erklären.
Beispiel: Etwa die Hälfte der Personen, die nach Nürnberg oder Fürth fahren, scheinen nicht zu wissen, ob sie dort arbeiten oder nicht. (Fragen 11/13)

2. Gesamtergebnisse sind – wo indiziert – aufzuschlüsseln nach ihrer Korrelation zu jeweils relevanten Teilgruppen der Stichprobe.
Beispiele:
– Bei den Fragen nach sexueller Belästigung fehlt eine Aufschlüsselung nach dem Ge-schlecht der Befragten. (!!!)
– Bei den Fragen 24-32 (Sicherheit im ÖPNV) fehlt eine Aufschlüsselung nach NutzerInnen des ÖPNV (häufig, selten, nie, Korrelation mit Fragen 6/14, ggf. Signifikanztest!)
– Frage 33: Die Bewertung der Radwege ist nicht aufgeschlüsselt nach RadfahrerInnen, Au-tofahrerInnen, etc. (s. Frage 14). Aussagen, die mehrheitlich von Nicht- RadfahrerInnen getroffen sind, sind wertlos. Ich habe diesen Sachverhalt bereits anlässlich der Auswertung der letzten Repräsentativ-Befragung im HFPA kritisiert!

3. Den subjektiven Zahlen zum Sicherheitsempfinden der BürgerInnen sind – wo bekannt – objektive Zahlen entgegenzustellen.
Beispiel Frage 37:
0,9 % geben an, in den letzten 12 Monaten selbst Opfer eines
Wohnungseinbruchs geworden zu sein. Laut Polizeistatistik gab es in der Gesamtstadt im Jahr 2000 acht Fälle von Wohnungseinbruch (ca. 0,12 %).

Erheblich Abweichungen (hier: 750 %) sind zu erklären.
Handelt es sich etwa um eine besonders „unglückliche“ Zusammensetzung der Stichprobe?

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