Wettbewerb Gesamtgestaltungskonzept für Gedenkstätte sowie Klinik- und Forschungsgebäude

Wir beantragen:
Die Stadt schreibt einen Wettbewerb für ein großräumiges Gesamtgestaltungskonzept der Freiflächen im Bereich der Klinik-und Forschungsgebäude sowie der Gedenkstätten und einen Wettbewerb für die architektonische Gestaltung der Gedenkstätte auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt aus.

Stadtratsantrag

Begründung:
Das im Stadtrat am 23. Juli vorgestellte Konzept zur Gedenk- und Zukunftsstätte von Skriebeleit/Scharnetzky ist auf große Zustimmung gestoßen. Auch aus gestalterischer Sicht verlangt dieses Konzept Änderungen in den bisherigen Planungen auf dem Gelände der Uniklinik und des Freistaates. Der neue Gedenk- und Zukunftsort wird auf dem Klinikgelände erweitert und bezieht das ehemalige Direktorengebäude am Maximiliansplatz mit ein. Es wird dort eine Spange zwischen Täter- und Opferorten aufgespannt. .

Damit auf dem Gelände eine schlüssige und ökologische Gestaltung sowie Freiraumerschließung entsteht, ist ein Gestaltungswettbewerb unabdingbar. Hier sind alle Anforderungen aus den unterschiedlichen Bereichen der Gedenkstättenpädagogik und Museumsdidaktik, der Forschungs- und Klinikbauten aber auch der Klimaanpassung und der noch erhaltenen Parklandschaft zu berücksichtigen.

Das historische Gebäude liegt in einer Parklandschaft mit wertvollem Baumbestand, der aufgrund der bisherigen Neubauplanungen bereits stark reduziert wurde. Für den Standort des Gedenk- und Zukunftsortes, als auch der geplanten Forschungsgebäude, ist es notwendig eine Freiflächenplanung aus einem Guss zu schaffen. In den bisher vorgelegten Planungen wurde dies nicht berücksichtigt, ebenso wurde der Wert von echten Grünflächen als CO2-Senke, wie in der Klimastudie angezeigt, zu wenig berücksichtigt und zu viel versiegelte Flächen geplant. Die bisherige Parklandschaft und der alte Baumbestand sollten geschützt und in das Gesamtkonzept integriert werden.

Aufgrund der im Stadtrat diskutierten Klimastudie könnten im Rahmen des Wettbewerbes auch die geplanten Forschungsgebäude neu betrachtet und mehr in die Höhe als in die Breite geplant werden. Alle geplanten Forschungsgebäude sollten selbstverständlich klimaangepasst und mit Gründächern sowie PV-Anlagen ausgeführt werden.

Der neue Gedenk- und Zukunftsort ist von hohem öffentlichen Interesse. Das Wissen von externen Expertinnen der Gedenkstättenpädagogik, der Didaktik und des Museumswesens muss dabei im Wettbewerbsverfahren ebenso seinen Platz finden wie Formate der Beteiligung der Einwohnerinnen und der bisher engagierten Gruppen.

Kerstin Heuer (Sprecherin für Bildung und Bauen)
Dominik Sauerer (Sprecher für Strategien gegen rechte Aktivitäten und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit)
Dr. Birgit Marenbach (Fraktionsvorsitzende)

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