TRANS*- und INTER*SCHWIMMEN

wir beantragen: Die Stadt Erlangen organisiert in Zusammenarbeit mit den Städten Fürth und Nürnberg zum International Transgender Day of Visibility am 31. März 2021 ein Schwimmangebot in geschütztem Rahmen für trans- und diversgeschlechtliche Menschen in einem städtischen Schwimmbad.

Stadtratsantrag

Hierdurch soll diesen Bürger*innen ein unbeschwertes und diskriminierungsfreies Badeerlebnis ermöglicht werden, mit dem Ausblick dieses gegebenenfalls als ein regelmäßiges, möglicherweise zwischen den Städten rotierendes, Angebot einzurichten.

Begründung

In Bayern hat jeder zweite queere Mensch in den letzten drei Jahren Diskriminierung erleiden müssen. So das Fazit der Studie Queeres Leben in Bayern 2020. Dabei sind insbesondere Trans Menschen von Diskriminierung betroffen (82% der Trans Frauen und 61% der Trans Männer). Dies deckt sich mit den Ergebnissen der vom Deutschen Jugendinstitut erstellenten Studie „Comming-out und dann…?!“, nach der 9 von 10 und divers transgeschlechtlichen jungen Menschen schon mal Diskriminierung aufgrund ihrer nicht-cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit erlebt haben. Eine weitere vom Deutschen Jugendinstitut erstellte Studie „Queere Freizeit“ zeigt deutlich, dass divers* und transgeschlechtliche Jugendliche im Bereich Sport ein enormes Exklusionsrisiko haben.
In einer Gesamtschau muss gesagt werden, dass trans- und diversgeschlechtliche Menschen täglich mit Diskriminierung konfrontiert sind, dass sie vielen stigmatisierenden Normen begegnen und sie gleichzeitig nur wenig Unterstützung haben. In Schwimm-/Badeanstalten sind grundsätzlich Umkleide- und Sanitärbereich binär-geschlechtlich, also in Herren- und Damenbereiche unterteilt. Dieser Umstand macht es divers und transgeschlechtlichen Menschen, egal ob während oder auch nach ihrer Transition quasi unmöglich, diese Anlagen im offenen Betrieb diskriminierungsfrei zu nutzen. Ausgewiesene Bademöglichkeiten speziell für trans* oder auch intergeschlechtliche Menschen gibt es derzeit in der Metropolregion Nürnberg nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Carla Ober (Sprecherin für Gleichstellung und LGBTIAQ)
Dr. Birgit Marenbach (Fraktionsvorsitzende)

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