Erweiterung der Vorschlagsliste für Straßenbenennungen in Erlangen

Wir beantragen,

  1. dass folgende Personen in die Liste für Straßen(um)benennungen aufgenommen werden:
  • Lucie Adelsberger (*12.4.1895, Nürnberg – 2.11.1971, New York):1914 – 1919 Medizinstudium an der Universität Erlangen. 1920 Approbation und Promotion; 1933 Verlust der Anstellung am Robert-Koch-Institut wegen jüdischer Herkunft. Später wird ihr die Approbation entzogen und im Mai 1943 wird sie nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte das KZ und siedelte 1946 in die USA über; bis zu ihrem Tod war sie als Ärztin in der Krebsforschung tätig. Ihre als Buch erschienenen Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz gilt als bewegendes Dokument des Holocausts.
  • Elisabeth Jung (*24.05.1924 – 22.10.2014): Diplombibliothekarin und von 1966 – 1972 Erlanger Stadträtin für die CSU. 1954 übernahm Jung die Leitung der Erlanger Volksbibliothek am Martin-Luther-Platz und führte die spätere Erlanger Stadtbibliothek über 30 Jahre lang. In dieser Zeit erlebte die Stadtbibliothek einen rasanten Aufschwung, der sich auch in zwei Umzügen wiederspiegelt – es wurde immer mehr Raum benötigt. 1958 organisierte sie den Umzug ins Egloffsteinsche Palais, 1971 den Umzug in das jetzige Palais Stutterheim. Mit ihr wurde auch die Arbeitsweise & Zugänglichkeit der Bibliothek verbessert: Die erste Jugendbuchwoche, der erste Bücherbus, die Freihandausleihe, der erste Lesesaal, die kostenlose Ausleihe und schließlich die „Phonothek“ – der Beginn der Medienbibliothek Erlangen. • Familie Benesi: Das Ehepaar Jakob (*1901) & Gottliebe (geborene Katz *1906) Benesi wurde mit ihren drei Kindern Erich (1931), Hannelore (1935) und Hildegard (*1933) 1943 nach Auschwitz deportiert und die ganze Familie im gleichen Jahr im Konzentrationslager ermordet. Die Familie lebte in der Hauptstraße 2, wo der Fotograf Jakob Benesi ein Fotoatelier betrieb. Bereits 1938 wurde ihr Wohnhaus wie die der meisten Erlanger Jüdinnen:Juden und deren Nachkommen (die Kinder waren katholisch getauft) geplündert und verwüstet, sie selbst ins Rathaus verschleppt

2. dass

  • Babette Mörsberger nach positiver Recherche ihrer Biographie in die Liste für Straßen(um)benennungen aufgenommen wird. Über Babette Mörsberger (1918 Arbeiter- und Soldatenrätin): Über ihr Leben ist uns nur sehr wenig bekannt. Laut Archivalien im Stadtarchiv Erlangen wurde sie am 13.11.1918 als Stationsschwester des Reservelazaretts Erlangen I als einzige Frau im Alter von 61 Jahren in den Soldaten- und Arbeiterrat gewählt. Das aktive und passive Wahlrecht wurde 1918 beschlossen und kam aber erstmals 1919 zur Anwendung. Nach einer positiven Recherche ihrer Biographie würde eine Straßenbenennung nach ihr die Aufmerksamkeit auf eine weitgehend unbeachtete demokratische Epoche der deutschen Geschichte lenken und deren egalitäres Potential verdeutlichen.

Kerstin Heuer (Sprecherin für Bauen und Bildung)
Dominik Sauerer (Sprecher gegen rechte Aktivitäten und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit)
Dr. Birgit Marenbach (Fraktionsvorsitzende)

Vorschläge für Straßenbenennungen in Erlangen

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