Erinnerungskultur und AK Straßenbenennungen

Vor vier Jahren wurde auf Initiative der GL-Fraktion ein Teil der Haberstraße in Immerwahrstraße umbenannt, seit vergangener Woche informiert vor Ort zusätzlich eine Stele über das Ehepaar. Es zeigt, dass Straßen historisch immer wieder umbenannt wurden und auch heute noch werden.
Dies entspricht auch der Wissenschaft, die betont, dass Straßennamen kein neutraler Spiegel der Geschichte sind, sondern immer ein ausgesprochen selektives Geschichtsbild transportieren; Straßennamen ein Instrument von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur sind.

Antrag zum Kultur- und Freizeitausschuss am 08.07.2020

Vor gut einem Jahr hat sich ein Arbeitskreis unter der Leitung von Herrn Stadtarchivar Dr. Jakob der Aufgabe angenommen, die Erlanger Straßennamen eingehender zu betrachten. Namensgebende Ereignisse und Personen sollten auf kritische oder widersprüchliche Implikationen geprüft werden, um eine historisch-kritische Auseinandersetzung und letztlich eine Verbesserung der Erinnerungskultur und der kommunalen Geschichtspolitik zu ermöglichen. Nach einer Sitzung sind die Aktivitäten dieses Arbeitskreises allerdings im Sande verlaufen.

Wir beantragen:
• einen Bericht des Stadtarchivs, warum der Arbeitskreis nicht mehr initiiert worden ist
• die Reaktivierung des Arbeitskreises. Zusammensetzen sollte sich das Gremium aus Vertreter*innen der Fraktionen und Ausschussgemeinschaften; Leitung und Organisation sollte beim Stadtarchiv verbleiben.
Ziel des Arbeitskreises soll die Ausarbeitung einer Liste problematischer Straßenbenennungen sowie einer Empfehlung zur weitergehenden Bearbeitung derselben sein.

Dominik Sauerer (Sprecher für Strategien gegen rechte Aktivitäten und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit)
Dr. Birgit Marenbach (Fraktionsvorsitzende)

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