Verbot des Donaulieds in Erlangen

In Passau hat bereits eine erfolgreiche Unterschriftensammlung für eine Petition gegen das oft auf Volksfesten gespielte Donaulied, welches die Vergewaltigung eines Mädchens beschreibt, stattgefunden.
In dem Liedtext heißt es: “Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala, Sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala” oder “Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala / Für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala.”

Gemeinsamer Stadtratsantrag CSU | SPD | GRÜNE/Grüne Liste | FWG | Erlanger Linke | Klimaliste

Das Lied wird seit Jahrzehnten in Bierzelten gesungen und wurde zahlreich umgetextet, sodass viele verschiedene Fassungen kursieren. Mickie Krause dichtete beispielsweise die Vergewaltigung zu einem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr um. Doch auch jegliche Textveränderungen ändern nichts an dem Wesenscharakter des Donaulieds und der Assoziation mit der Vergewaltigungstextstelle.
Unabhängig von der tatsächlich auf Veranstaltungen gespielten Textversion wird die Vergewaltigungsversion von den Feiernden mitgegrölt. Das Donaulied lässt sich nicht von diesem Textverständnis dissoziieren.
Das Donaulied normalisiert und verherrlicht sexualisierte Gewaltfantasien. Eine Vergewaltigung ist eine schwerwiegende Straftat und darf nicht verharmlost werden.
Der Stadtrat in Montabaur ging bereits mit gutem Vorbild voran und entschied, dass das Donaulied nicht mehr auf Veranstaltungen gespielt werden soll.
Bis jetzt ist uns nicht bekannt, dass auf der Erlanger Bergkirchweih in den letzten Jahren das Donaulied auf den Kellern gespielt wurde. Es soll in Zukunft – auch auf allen weiteren Kirchweihen in Erlangen – auch in keiner Form gespielt werden.


Wir beantragen:

Die Verantwortlichen der Brauereibetriebsgesellschaft, Kirchweihwirte, Kerwawirte und andere Veranstalter, die für von Musikveranstaltungen in Erlangen verantwortlich sind, sollen in ihren Musikverträgen folgenden Passus aufnehmen:

  • Auf das Spielen des Donaulieds in allen Versionen und Fassungen wird grundsätzlich verzichtet. Zusätzlich soll darauf geachtet werden, dass alle Lieder, deren Text die Verherrlichung von Gewalt oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beinhaltet, auf Volksfesten nicht gespielt werden.

Sexismus und Gewaltverherrlichungen haben in Erlangen keinen Platz.

Mit freundlichen Grüßen

gez.: Munib Agha, Birgitt Aßmus, Andreas Bammes, Marcus Bazant, Alexandra Breun, Anette Christian, Dr. Annika Clarner, Dr. Philipp Dees, Rosemarie Egelseer-Thurek, Valeria Fischer, Fabiana Girstenbrei, Kerstin Heuer, Dr. Clemens Heydenreich, Dr. Kurt Höller, Sebastian Hornschild, Harald Hüttner, Prof. Martin Hundhausen, Christian Lehrmann, José Luis Ortega Lleras, Eva Linhart, Dr. Birgit Marenbach, Prof. Dr. Gunther Moll, Adam Neidhardt, Carla Ober, Martin Ogiermann, Barbara Pfister, Johannes Pöhlmann, Tina Prietz, Sandra Radue, Dr. Andreas Richter, Dominik Sauerer, Sophia Schenkel, Irina Schmitz, Prof. Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Aydan Eda Simsek, Matthias Thurek, Marc Urban, Jörg Volleth, Helmut Wening, Andrea Winner, Anette Wirth-Hücking, Alexandra Wunderlich

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