2. Brief von Mustafa Dana

Mustafa Dana lebte 20 Jahre in Erlangen. Er wurde am 28.10.99 in die Türkei abgeschoben. Seinen zweiten Brief aus der Türkei dokumentieren wir auszugsweise…

Mustafa Dana lebte 20 Jahre in Erlangen. Er wurde am 28.10.99 in die Türkei abgeschoben. Seinen zweiten Brief aus der Türkei dokumentieren wir auszugsweise:

Seit 28.10.99 bin ich in der Türkei. In diesem Moment erlebe ich meine schwersten Tage. Wie viele Monate dieses Leben noch dauert, weiß ich nicht. Seitdem ich hier bin, verschlechtert sich mein Gesundheitszustand und die Ärzte kümmern sich nicht um mich, die denken nur an ihr Geld, obwohl ich viel Geld gegeben habe. (…)

Dies beiseite – seitdem ich hier bin, konnte ich nicht mal zu meinem Dorf gehen. Ich konnte niemanden dort besuchen, aber meine Ankunft hat sich herumgesprochen. Man sagt, ich wolle die Menschen hier organisieren (für die PKK).

Ich wollte an den Ramadanfesttagen zu meinem Dorf gehen, aber auf halben Weg traf ich meine Cousine, die mir sagte, dass die Dorfschützer und die Gendarmen auf mich warten. Dann bin ich woanders hingegangen. Momentan halte ich mich an einem unbekannten Ort auf.

Als ich noch in Deutschland war, hat man mich als einen PKKler abgestempelt. Deswegen habe ich immer noch Angst. Wann ich festgenommen werde, weiß ich nicht. Momentan tun sie mir nichts, sie glauben, dass sich das Deutsche Konsulat und die Menschenrechtsorganisation um mich kümmern. Aber später, wenn einige Zeit vergangen ist, werden sie mich festnehmen. (…)

M. Dana, 10.1.2000

(Übersetzung: Cafer Özdil)

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