Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel?

Während die Kosten des Kfz-Verkehrs kaum diskutiert werden und meist keiner Rechtfertigung bedürfen, stehen die Kosten für Radverkehr und ÖPNV häufig in der öffentlichen Diskussion. Einer der Gründe ist, dass die Kostenbeteiligung der Gemeinden für den Umweltverkehr bekannt sind und oft diskutiert werden, aber die Kosten zum MIV kaum benannt und differenziert sind. Die Kosten der einzelnen Verkehrsmittel (Investitions- und Betriebskosten) und ihr Verhältnis zueinander sind nicht bekannt. Sie sind auf verschiedene Teilhaushalte und Haushaltsstellen verteilt und damit für die verschiedenen Verkehrsmittel nicht transparent.

Stadtratsantrag

Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich? Kostenvergleich zwischen Radverkehr, Fußverkehr, Kfz-Verkehr und ÖPNV anhand von kommunalen Haushalten.

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel hat in einem Forschungsprojekt eine Methode entwickelt, mit der die kommunalen Ausgaben und Einnahmen für Bau und Unterhaltung der Verkehrsinfrastruktur sowie für Betrieb differenziert nach Verkehrsmitteln (Fußverkehr, Radverkehr, Kfz-Verkehr, öffentlicher Nahverkehr) angegeben und einander gegenübergestellt werden können. Diese Methode wurde anhand der Haushaltspläne von Beispielstädten erarbeitet und exemplarisch dargestellt.

In dem zweistufigen Projekt, das durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert wurde, entstand auch ein „Tool“, ein Instrument auf Excel-Basis, mit dem die Kommunen die Kosten der einzelnen Verkehrssysteme bezogen auf ihre Gemeinde selbst ermitteln können. Damit können erstmalig die Zuschüsse des Radverkehrs mit denen der anderen Verkehrssysteme verglichen werden.

  • Wir beantragen:
    Die Verwaltung prüft, ob anhand dieses Tools für Erlangen ein Kostenvergleich zwischen Radverkehr, Fußverkehr, Kfz-Verkehr und ÖPNV erstellt werden könnte.

Harald Bußmann (Sprecher für Verkehr)
Dr. Birgit Marenbach (Sprecherin für Stadtplanung)

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