Sendefrequenz von Radio Z gefährdet

Wieder einmal soll dem einzigen nichtkommerziellen Regionalradiosender Radio Z die Frequenz 95,8 MHz entzogen werden.

Das Frequenzvergabeverfahren am Sendestandort scheint schon entschieden. Die Bayerische Landesanstalt für neue Medien (BLM) hat anscheinend dem französischen NRJ-Konzern und der Günter Jansen Radio Betriebsgesellschaft (Erlangen) sowie dem Käuferkonsortium des Gongverlags (Radio Gong) weitreichende Zusagen auf Kosten von Radio Z gemacht.

Radio NRJ und Radio Z teilen sich bisher die Frequenz 95,8 MHz (und 93,6 MHz für Erlangen). Radio NRJ spekuliert seit längerer Zeit auf ein 24-Stunden-Programm auf dieser Frequenz und rechnet nun laut einer Pressemitteilung fest damit, ab Dezember die entsprechende Lizenz zu erhalten. Laut Radio Z bestätigte die BLM die Richtigkeit der Pressemitteilung von Radio NRJ. Scheinbar wurden bereits vollendete Tatsachen geschaffen, bevor die bayerischen Medienräte als eigentliche Entscheidungsträger im Dezember darüber befinden werden. Es entsteht der Eindruck, dass das Frequenzvergabeverfahren nicht mehr objektiv vorgenommen wird, sondern vor allem die Interessen großer kommerzieller Radio-Konzerne bedient werden.

Dieses Verfahren ist in Bayern einzigartig, an allen anderen bayerischen Sendestandorten wurden die Frequenzen nach Auslaufen der Lizenzen einfach um weitere acht Jahre verlängert.

Radio "Z" würde auf die Schwachfrequenz 91.0 verdrängt werden, die nicht einmal im Nürnberger Stadtgebiet voll und in Erlangen gar nicht empfangbar ist. Auch bei einer Vergabe von Stützfrequenzen würden viele HörerInnen abspringen, da nicht mehr vermittelbar ist, wo ihr Radio auf welcher Frequenz zu empfangen ist.

Wir appellieren an die Bayerische Landesanstalt für neue Medien und alle anderen EntscheidungsträgerInnen, Radio Z auf der bisherigen Frequenz zu belassen.

Radio Z als nichtkommerzieller Sender – als demokratisches Radio – bietet ein interessantes Programm (hoher Wort- und Informationsanteil, internationale Redaktionen usw…), das aus der üblichen Radiolandschaft erfreulich heraussticht. Dieses Radio ist eine einmalige Besonderheit und zur Wahrung eines meinungsvielfältigen Programmangebots von großer Bedeutung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Für die Stadtratsfraktion:

gez. Rotraut Baumbauer, Harald Bußmann, Hans-Hermann Hann, Cafer Özdil

F.d.R.: Wolfgang Most (Geschäftsführung)

Für den Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen KV Erlangen

Friedrich-Michael Dimpel

Schreibe einen Kommentar