GEWOBAU-Wohnungen: Erhalten statt abreißen

Wie in der Presse zu lesen war, plant die GEWOBAU den Abriss der Wohnanlagen in der Elisabethstraße und in der Brüxer Straße. Die Grüne Liste wenden sich entschieden gegen diesen geplanten Abriss und halten die offizielle Begründung „die Wohnungen seien nicht renovierungsfähig und gar die Statik bereite Probleme“ für vorgeschobene Argumente. Ein von einem Anwohner befragter unabhängiger Sachverständiger kommt auch zu einem anderen Ergebnis.

Antrag dazu 

ERLANGEN – Wie in den Erlanger Nachrichten am 26. Juni 2007 zu lesen war, plant die GEWOBAU den Abriss der Wohnanlagen in der Elisabethstraße und in der Brüxer Straße. Der grü-ne Kreisvorstand des KV Stadt Erlangen und der Bezirksvorstand des Bezirksverbandes Mittelfran-ken sowie die Stadtratsfraktion der Grünen Liste wenden sich entschieden gegen diesen geplanten Abriss und halten die offizielle Begründung „die Wohnungen seien nicht renovierungsfähig und gar die Statik bereite Probleme“ für vorgeschobene Argumente.

Ein von einem Anwohner befragter unabhängiger Sachverständiger für Grundstücke kommt zu einem anderen Ergebnis . „Insgesamt können die Gebäude mit relativ geringem Aufwand so ertüchtigt werden, dass sie noch mehrere Jahrzehnte genutzt werden können. Ein Abbruch der Ge-bäude wegen überalterter Bausubstanz ist nicht erforderlich.“

Berthold Lausen, Bezirkssprecher der Grünen: „Die Behauptung ‚nicht mehr sanierungsfähig‘ von Geschäftsführer Karl-Heinz Kamp und Gerd Lohwasser … (EN) erscheint unglaubwürdig. Soziales Handeln und ökologische Kreativität müssen Vorrang vor der Abrissbirne haben!“

Die GRÜNEN und die Grüne Liste (GL) vermuten eher, dass hier neue luxuriösere Mietwohnungen und Eigentumswohnungen in bester Stadtlage und mit mehr Profit gebaut werden sollen. Das wirft vielmehr die Frage auf, ob in den vergangenen Jahren die GEWOBAU ihren Verpflichtungen der Instandhaltung wirklich in ausreichendem Maß nachgekommen ist und entsprechende Erhaltungs-rücklagen gebildet hat. Seit über 15 Jahren hat die GEWOBAU nur minimal in diese Wohnanlagen investiert.

Wolfgang Winkler, Stadtrat der Grünen Liste: „Die GEWOBAU gehört zu 96 % der Stadt Erlangen. Ihre Aufgabe ist es vor allem, Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit geringerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Verwundert zeigen sich die GRÜNEN und die GL, dass bereits über 20 Wohnungen im Bereich Brüxerstraße und Gebbertstraße leer stehen. Wir fordern hier von der GEWOBAU, dass diese freien Wohnungen sofort auf dem allgemeinen, sozialen Wohnungsmarkt zur Vermietung angeboten werden.

Wie auf der Internetseite der GEWOBAU, immerhin eines der größten gemeinnützigen, kommunalen Wohnungsbauunternehmen Bayerns, zu lesen ist: „Kaum eine andere Institution ist so eng mit der Nachkriegsgeschichte Erlangens verbunden wie die GEWOBAU“.

Die Wohnanlagen der Elisabethstraße und Brüxerstraße neben der Mozart- und Gerstenbergstraße zählen zu den ersten Wohnungen der GEWOBAU, die Anfang der 50er Jahre errichtet wurden. In der Historie jedes Unternehmen haben die ersten Gebäude ihrer Pionierszeit besondere Bedeutung. Die GEWOBAU will anscheinend ihre eigene Geschichte zerstören.

Nach Meinung der GRÜNEN und die GL sind die Brüxer Straße sowie die Elisabethstraße beliebte Wohngegenden mit viel Grün und altem Baumbestand. Bei einem Abriss dieser Häuser wäre nicht nur ein Stück Erlanger Geschichte zerstört, sondern auch der alte Baumbestand und die Grünanla-gen in Gefahr; preiswerter Wohnraum würde mutwillig vernichtet werden.

 

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