Genmanipulierter Mais

Antrag: Die Verwaltung wird beauftragt, eine Anfrage an nachfolgende vier Saatgutfirmen zu richten, um zu klären, ob genmanipulierter Mais an einen landwirtschaftlichen Betrieb innerhalb des Verwaltungsbereiches von Erlangen abgegeben wurde.

Antrag

Wir beantragen:

· die Verwaltung wird beauftragt, eine Anfrage an nachfolgende vier Saatgutfirmen zu richten, um zu klären, ob genmanipulierter Mais an einen landwirtschaftlichen Betrieb innerhalb des Verwaltungsbereiches von Erlangen abgegeben wurde.
· Um Schaden von anliegenden landwirtschaftlichen Betrieben abzuwenden, möge die Stadt die eingehenden Antworten im Amtsblatt veröffentlichen.
· Die Stadt wird beauftragt, sich beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernäh-rung und Landwirtschaft für die Einrichtung eines Anbaukatasters für Flächen einzuset-zen, auf denen genmanipulierte Sorten angebaut werden.
Begründung:
Das Bundessortenamt (BSA) hat für 2002 insgesamt 50 Tonnen gentechnisch verändertes Mais-Saatgut der Firmen Syngenta, Pioneer, Monsanto und Bayer CropScience über §3, Abs.2 Saatgutverkehrsgesetz für gewerbliche Zwecke freigegeben.

Der derzeitige Zugang zu Informationen hinsichtlich des Anbaus von gentechnisch verän-derten Pflanzen ist für die Öffentlichkeit nur sehr unbefriedigend geregelt. Es gibt kein allgemein zugängliches Anbaukataster, in dem die Anbauflächen mit den entsprechenden Informationen zu den gentechnisch veränderten Sorten und den verwendeten Gen-Konstrukten ausgewiesen sind. Dies birgt eine für viele Landwirte und Verbraucher nicht akzeptable Gefahr der Beeinträchtigung eigener Interessen, da gentechnisch veränderte Pflanzen unbemerkt auskreuzen können und damit über vermeintlich konventionelle Pro-dukte in den Verkehr gebracht werden. Ein Anbaukataster bietet eine wesentliche Möglich-keit des Schutzes vor der Verunreinigung der Ernte von Landwirten, die weiterhin keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen möchten.

Die Anfrage der Stadt zum Verbleib von gentechnisch veränderten Saatgut unterstreicht die Notwendigkeit des Zugangs zu Informationen. Die Stadt kommt hiermit ihrer Sorgfalts-pflicht gegenüber Landwirten und Verbrauchern nach.

Gentechnik wird von 70% der Bevölkerung der Bundesrepublik abgelehnt, über 90% erwar-ten eine klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte. VerbraucherInnen und Verbraucher möchten wissen, was über die Lebensmittel auf ihren Tisch kommt. Die not-wendige Transparenz kann nur gewährleistet werden, wenn Informationen über Anbauort und die verwendeten Gen-Konstrukte vorliegen.

Um einen umfassenden Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten, ist es zudem er-forderlich, den Einsatz gentechnisch veränderter Sorten rückverfolgen zu können. Nur so können unerwünschte gentechnisch veränderte Pflanzen und ihre Produkte nachträglich aus der Lebensmittelproduktion entfernt werden. Eine Auskreuzung in verwandte Wild-pflanzen und benachbarte Anbauflächen gilt es zu unterbinden.

Landwirte benötigen diese Information, als Schutz vor möglichen Repressalien, wenn sie ihre Ernte fälschlicherweise als gentechnikfrei verkaufen wollen. Dies würde ein Verstoß gegen die gesetzlichen Kennzeichnungs- und Genehmigungsbestimmungen bedeuten, da auch kontaminierte Ernten illegal sind, wenn Gen-Konstrukte enthalten sind, die für den vorgesehenen Verwendungszweck nicht genehmigt sind (Novel-Food-Verordnung). Daher ist es von erheblicher Tragweite, wenn die vom Bundessortenamt genehmigten Sorten in Kör-nermais-Bestände einkreuzen.

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