Baustellen: Nadelöhr für den Fuß- und Radverkehr

AGFK-Leitlinien schaffen Abhilfe

Erlangen ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Ausgebremst wird der Radverkehr in der Stadt regelrecht durch Baustellen, die wie ein Nadelöhr eingerichtet sind. Dadurch werden auch Fußgänger*innen behindert. Die AGFK hat Richtlinien entwickelt, wie der Fuß- und Radverkehr verkehrssicher und möglichst komfortabel passieren kann.

Dieser „Leitfaden Baustellen“ berücksichtigt die einschlägige Rechtslage und gibt Empfehlungen, die auf eine Förderung des Fuß- und Radverkehrs abzielen.
„Es wäre nur konsequent, den Leitfaden für Erlangen als bindend zu betrachten“, meint GL-Stadtrat Harald Bußmann. Das kann mit der Abmarkierung eines eigenen Radstreifens auf der Fahrbahn umgesetzt werden oder durch eine Reduzierung der Geschwindigkeit für den Autoverkehr.

Die Grüne Liste hat deshalb beantragt, dass Baustellen soweit wie möglich nach diesen Richtlinien aufgebaut werden. Außerdem sollen längere Beeinträchtigungen mit Umleitungen auf den städtischen Webseiten veröffentlicht werden. Größere Einschränkungen des Autoverkehrs werden dort bereits vorgestellt. „Hier wäre es wünschenswert“, so der verkehrspolitische Sprecher weiter, „dem Radverkehr den gleichen Stellenwert einzuräumen.“

Stadtratsantrag

Baustelle nicht nach AGFK baustelle2

Negativbeispiele: Ein Foto aus der Nürnberger Straße von Anfang Juni 2016 gegenüber der Einmündung Beethovenstraße. Hier wird der Radweg ohne Vorwarnung durch eine Baustelle belegt, der Gehweg zusätzlich durch einen Hydranten und ein Werbeschild verengt.
Das rechte Foto von August 2015 (Hartmannstraße, Einmündung Sophienstraße) zeigt, dass solche Situationen nicht immer aus einer mangelhaften Umsetzung der Anordnung durch die ausführende Firma resultieren – die Baustelle wurde nach damaliger Auskunft der Straßenverkehrsbehörde genau so angeordnet.

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